Arthur Russell (DSCRS #4) Freitag 13. Juli 2012, Spedition

StattTheaterDisco_Mickey&Marzeki4„Arthur Russell and the Downtown Music Scene, 1973-1992“

Zum 20. Todesjahr des New Yorker Musikers Arthur Russell kommt der englische Journalist Tim Lawrence am 13. Juli in die Spedition, um aus seinem Buch „Hold On to Your Dreams: Arthur Russell and the Downtown Music Scene, 1973-1992“ zu lesen. Zusätzlich wird er eine Performance aus seinen Texten und Musik von Russell aufführen.

Danach zeigen wir ab ca. 22.00 Uhr den Dokumentarfilm über das Leben und Werk von Arthur Russell „Wild Combination“. Die anschließende Party wird geprägt sein vom alternativen Sound New Yorks. Die DJs und Initiatoren der Discourse Veranstaltungsreihe, Mickey & Marzeki, freuen sich, gemeinsam mit ihrem Gast auf alte und neue Schätze aus ihren Plattenkisten.

Arthur Russell war ein Komponist und Multi-Instrumentalist, der während der Downtown-Ära im New York der siebziger Jahre in verschiedenen musikalischen Stilrichtungen von Minimal Music, über Hip Hop, Punk und Pop bis hin zu Disco seine Spuren hinterlassen hat. Obwohl seine Musik von legendären DJs wie Larry Levan oder Nicky Siano gespielt wurde und er mit zahlreichen etablierten Künstlern zusammengearbeitet hat, ist Russell zu Lebzeiten nie berühmt geworden. So schräg und unvollendet seine Musik war, so unangepasst war auch Russell selbst, der 1992 an Aids starb. Während in den üblichen Disco-Stücken aus dieser Zeit oft eine heile (Glitzer-)Weltbeschworen wurde, sang er über schwulen Sex und Sado Maso Praktiken. Seit der Jahrtausendwende und wohl mit der Popularität von Retro-Acts wie zum Beispiel Hercules & Love Affair oder Metro Area, gibt es wieder ein verstärktes Interesse an Arthurs Schaffen. Seine Musik war lange Zeit nur schwer zu finden, inzwischen ist sie auf zahlreichen Wiederveröffentlichungen erhältlich. Mit „Hold On to Your Dreams“ von Tim Lawrence ist 2009 dann eine vielbeachtete Biographie erschienen. Der queere New Yorker Regisseur Matt Wolf hat außerdem den Dokumentarfilm „Wild Combination“ gedreht, der erstmals 2008 auf der Berlinale gezeigt wurde.

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